Dorfgeschichte

Der Name Diemitz geht auf das altslawische Wort „Dymec“ zurück und bedeutet „Rauchstätte“. Vermutlich ist das Dorf durch Brandrodungen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden.

Nach bisherigem Erkenntnisstand gründete ein Ritter namens Vietz unterhalb seiner Ritterburg das Dorf Diemitz. Dieser Ritter soll wohl ein arger Menschenschinder gewesen sein, denn aufständische Bauern zerstörten seine Burg. Daraufhin wurden die Rechte an dem Dorf an den Ritter Wolter von Malchow verkauft.

Im Jahre 1274, der ersten schriftlichen Erwähnung von Diemitz, erneuerte Nicolaus Fürst von Werle dem Kloster Dobbertin dessen im Jahr 1237 verliehene Privilegien. Am 12.1.1282 schenkte Markgraf Albrecht von Brandenburg das Eigentum und die Rechte an mehreren Dörfern, so auch an Diemitz, dem Kloster Dobbertin. Auf Grund der wachsenden Bevölkerungszahl und der zunehmenden Industrialisierung im Zeitraum vom 15. bis zum 18. Jahrhundert fanden große Brandrodungen statt. Das Holz wurde als Brennholz, zum Aufbau von Städten und Dörfern, für den Schiffbau und für Köhlereien und Glashütten genutzt. Glashütten entstanden in der Umgebung von Diemitz im Schwarzer Forsthof, in Grüne Hütte bei Luhme, bei Canow, am Labussee und ein Teerofen in der Nähe von Krümmel. Erst durch die systematische Forstwirtschaft ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde der dramatische Waldrückgang aufgehalten. Mit Wiederaufforstungen konnte das Waldgebiet erneuert werden. Ein maßgeblicher Beschäftigungszweig in der Diemitzer Umgebung war deshalb die Forstwirtschaft.

1740 wurde bei einem Großbrand die Hälfte des Dorfes Diemitz und dessen Kapelle vernichtet. Erst 1764/ 1765 wurde eine neue Kirche aus Backstein im klassizistischen Stil erbaut. Eine Ähnlichkeit der drei Kirchen in Diemitz, Schwarz und Lärz ergibt sich daraus, dass die drei Bauerndörfer alle unter dem Patronat des Klosters zu Dobbertin standen. Der, in der Diemitzer Kirche, heute noch erhaltene Altar, ist mit der Kanzel im Rokokostil zu einem Körper vereinigt. Schöne Deckenmalereien und ein hölzerner Taufengel zieren die Kirche. Auch gegenwärtig ist die Diemitzer Kirche ein Anziehungspunkt für viele Besucher.
 

Nach Aufhebung der Leibeigenschaft 1820 entstanden Büdnereien, die meist neben der
Bauernwirtschaft auch noch ein Handwerk betrieben.

Im 19. Jahrhundert bis nach dem 1.Weltkrieg gehörte Diemitz zum Kreis Waren. Nach Gründung der DDR als zweiten deutschen Staat, wurde Mecklenburg in die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt, wobei Diemitz dem neu gebildeten Kreis Neustrelitz zugeordnet wurde.

In den 50iger Jahren zählte man in Diemitz ca. 200 Einwohner und 13 Altbauernstellen. In dieser Zeit gab es einen Gasthof, eine Fischerei am See, eine Konsumverkaufsstelle und eine Schule. Eine Dampferstrecke diente der Personenbeförderung zwischen Fürstenberg und Mirow.

Durch die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft und Kollektivierung entstand die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft). Es kam aber auch zu Enteignungen und zeitweiligen Ausweisungen aus dem Dorf und Zusammenlegung von Nutzflächen. Die Orte Diemitz und Fleeth wurden 1957 zusammengelegt. 1962 gab es den ersten Kindergarten in Diemitz, da viele Mütter in der Landwirtschaft, Forst und Ferienbetreuung arbeiteten. Die Diemitzer Schleusenanlage wurde durch die damalige Wasserwirtschaft Ende der 70iger Jahre für den Wassertourismus rekonstruiert. Auch die Dorfstraße, die als Ortsdurchfahrt der Panzer der damaligen sowjetischen Armee zu ihrem Truppenübungsplatz in der Ruppiner Heide diente und stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, bekam eine neue Bitumendecke.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1990, verloren viele Dorfbewohner durch die grundlegende Systemänderung und Auflösung der LPG und der VEG (Volkseigenes Gut) sowie der Ferienlager ihre Arbeitsplätze. Junge Leute zogen in die Städte, wo sie Arbeitsplätze und eine verbesserte Infrastruktur vorfanden. Es entstand östlich des Ortes ein neues Wohngebiet mit Ferienhäusern und Einfamilienhäusern. Auf Grund der landschaftlich attraktiven Lage entwickelt sich Diemitz zunehmend für den Tourismus weiter. Der gegründete Förderverein Diemitz e. V. unterstützt dabei die Sanierung der Dorfkirche und das kulturelle Angebot für Dorfbewohner und Besucher.

Heike Drahn


Verwendete Quellen:
Broschüre zur 730 Jahrfeier der Gemeinde Diemitz,
Informationsauslagen der Dorfkirche vom Pastor Herrn Lömpcke